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Der Bayerische Staatsminister Dr. Thomas Goppel verlieh Prof. Georg Kreutzberg am 1. Oktober 2007 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland für seine Verdienste als international angesehener Neurowissenschaftler.


Über Lücken und Nischen

Von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Georg W. Kreutzberg, Max Planck Institut für Neurobiologie, Präsident des Forschungsrates IFP/IRP bis Frühling 2008

Die beiden Stiftungen IFP Zürich und IRP Genf können stolz sein auf die Erfolge im Sammeln von Mitteln zur Unterstützung der Forschung auf dem Feld der Rückenmarks­verletzungen.

Einspringen in Notsituationen

Den Verantwortlichen in den Stiftungsräten und im gemeinsamen Forschungsrat war stets gegenwärtig, dass wir private Stiftungen mit wechselnden Zuwendungen sind und dass diese Mittel mit besonderer Sorgfalt eingesetzt werden müssen, möglichst auch für Projekte, die aus dem Rahmen nationaler Förderung fallen. Hierzu gehören Notsituationen, z.B. der Ausfall einer wichtigen Apparatur, deren Wiederbeschaffung über ein nationales Forschungsprogramm viel Zeit kosten würde. Ähnlich verhält es sich mit dem Auslaufen von Gehaltszusagen. So kommt es vor, dass hoffnungsvolle Projekte abgebrochen werden müssten, wenn die damit befassten Personen nicht oder noch nicht finanziert werden könnten. Hier können private Stiftungen wie eine Feuerwehr wirken und Schaden verhindern.

Anschubfinanzierung

Ein Ziel der Forschungspolitik ist es auch, das Feld für junge Wissenschaftler attraktiv zu machen. Der Anfang für „Start-ups“ ist oft schwierig. Deshalb fördern wir Postdocs, die ihre eigene Gruppe mit exzellenten Programmen aufbauen wollen. Das Flaggschiff unserer Förderung in den vergangenen Jahren war der internationale Verbund von Kliniken, die mit Querschnittslähmungen befasst sind. Es geht darum, Übereinstimmung in der Beurteilung von Standards der Schädigung, des klinischen Verlaufs und der therapeutischen Massnahmen zu erzielen. Diese sind die Basis zur kritischen Bewertung des Einsatzes neuer Therapieprinzipien, die wir uns aus den Fortschritten der Forschung erwarten. Die Etablierung dieses Konsortiums wäre ohne das „seed money“ von IFP und IRP nicht möglich gewesen, da es keine Förderungsinstitution gibt, die ein solches Programm grenz- und fachübergreifend unterstützt hätte.

Auftrag erfüllt

Alle Möglichkeiten, Nischen zu finden und Lücken zu schliessen, setzen grosse Erfahrung sowie subtile und umfassende Kenntnis der internationalen Forschungslandschaft voraus. Ein Rückblick auf die vom Forschungsrat ausgesuchten und von den Sponsoren geförderten Gesuche zeigt, dass dieser Anspruch der Geldgeber und der ehrenamtlichen Helfer und Ratgeber erfüllt wurde.