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Wozu Tierversuche?

Ziel der biomedizinischen Grundlagenforschung ist, eingehende Kenntnisse über die Mechanismen im gesunden und im kranken Organismus zu erhalten. Das Verständnis der biologischen Grundprozesse bildet dabei die Grundlage, um beispielsweise Ursachen von Krankheiten aufzudecken, mögliche Ansatzpunkte für Therapien zu erkennen und in der Folge neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in klinische Anwendungen ist ein stufenweiser Prozess, der mit Zellund Gewebekulturen beginnt und anschliessend auf den ganzen lebenden Organismus – zuerst Ratte und Maus, anschliessend Mensch – übertragen wird. Bevor ein Wirkstoff wie der anti-Nogo-Antikörper beim Menschen angewendet werden darf, muss so verlässlich wie möglich sichergestellt sein, dass keine unvorhergesehenen Nebenwirkungen auftreten. Diese grösstmögliche Sicherheit ist nur mit Tierversuchen zu erreichen. Selbst dann sind bei den klinischen Versuchen böse Überraschungen nicht völlig ausgeschlossen. Hier muss ständig nach weiteren Wegen gesucht werden, welche die Sicherheit einer Therapie für den Menschen und für die Tiere erhöhen. Ähnlich wie beim Nachweis der Wirksamkeit sind wir bei der Sicherheit des anti-Nogo-Antikörpers stets darum bemüht, die Anzahl der Tiere und ihr Leiden minimal zu halten. Ratten und Mäuse sind anatomisch und physiologisch ähnlich wie Menschen, jedoch nicht gleich. Eine solche Gleichheit setzt man in der Forschung auch nicht voraus. Für die Entwicklung neuer therapeutischer Prozeduren dienen Tiere als Modelle, die Antwort geben auf präzis gestellte Teilfragen. Speziesunterschiede sprechen also nicht gegen Tierversuche, denn diese sind oft die einzige Möglichkeit, um die Wirksamkeit einer Therapie nachzuweisen und das Risiko von toxischen Nebenwirkungen best möglichst auszuschliessen.