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Aufgaben und Strategien des Forschungsrates

von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Georg W. Kreutzberg, ehemaliger Präsident des Forschungsrates der Stiftungen IRP

Mit der Gründung der Stiftung IRP in Zürich im Jahre 1991 wurde auch der Forschungsrat ins Leben gerufen. Schon bei den Vorbereitungen der Stiftungsinitiative waren Wissenschafter beratend tätig. Hier sind besonders zu nennen: Prof. Dr. Konrad Akert, ehemaliger Rektor der Universität Zürich, mit hohem Ansehen als Hirnforscher sowie Prof. Dr. Martin Schwab als Experte der Regenerationsforschung und Entdecker der hemmenden Moleküle des Nervenfaserwachstums. Als erster Präsident führte Prof. Paul Kleihues bis zu seiner Berufung als Direktor des einzigen Forschungsinstituts der WHO in Lyon (Frankreich) die Geschäfte. Kompetenz und Internationalität: Den Gründern war es ein Anliegen, durch die Auswahl der Forschungsratsmitglieder höchste Kompetenz, ein breites Spektrum der Fachbereiche, Erfahrung als Gutachter und Internationalität zu dokumentieren. Über die Jahre gelang es, ein Gremium von zehn bis zwölf klinischen und experimentellen Experten der Regenerationsforschung für die Aufgabe von IFP zu gewinnen und zum hohen Ansehen der Internationalen Stiftung beizutragen. Der Verfasser präsidiert den Forschungsrat seit 1995. Er findet Unterstützung bei den zur Zeit vier Leitern von klinischen Einrichtungen und sechs Leitern von Forschungsinstituten unter den Mitgliedern, die aus sechs verschiedenen europäischen Ländern kommen.

Die wichtigste Aufgabe des Forschungsrates ist die Festlegung der wissenschaftlichen Schwerpunkte durch die Ausschreibung, die zur Zeit jährlich stattfindet. Nach Sichtung der eingegangenen Gesuche werden diese an die Gutachter je nach Fachbereich verteilt, wobei jeder Forschungsantrag von mindestens zwei Mitgliedern beurteilt wird. Falls notwendig, kann auch die Meinung eines externen Fachkollegen eingeholt werden. Alle Forschungsratsmitglieder treffen sich zu einer gemeinsamen Gutachtersitzung, bei der über einen vollen Tag die Gesuche diskutiert, bewertet und in Prioritätskategorien vergleichend eingeteilt werden. Der Vorschlag zur Förderung der besten Projekte wird vom Präsidenten dem Stiftungsrat mündlich erläutert und begründet.

Neben der Arbeit als Gutachtergremium diskutiert der Forschungsrat auch neue Aspekte der Regenerationsforschung und versucht besonders, auch junge Talente zur Antragstellung einzuladen. Auch neue Wege der Forschungsförderung werden diskutiert und – wie zuletzt – die Bildung eines multizentrischen Konsortiums eingeleitet. Dieses soll in Zusammenarbeit von mehreren klinischen und theoretischen Gruppen die Voraussetzungen schaffen, um neue molekulare Therapien für die Querschnittlähmung einzusetzen.

In unserer Zeit ist in der Wissenschaft der Informationsstand oft von entscheidender Bedeutung. Da die Mitglieder des Forschungsrates häufig mehreren Beiräten der internationalen »scientific community« angehören, ist ein intensiver Austausch von Informationen und die Zusammenarbeit auf dieser Ebene gängige Praxis. Hier sind die Stiftungen verschiedener europäischer Länder und der USA unsere Partner.

Über diese Fachkontakte hinaus vergessen wir nicht, dass auch das Laienpublikum über die Probleme und Hoffnungen der Betroffenen und der Forschung unterrichtet werden will. In zahlreichen Veranstaltungen haben Mitglieder des Forschungsrates über die Jahre dieses Anliegen in der Öffentlichkeit vertreten und ein erfreuliches Echo gefunden.